Gastartikel von Su Busson

Unlängst wollte ich mit meinem kleinen Fiat 500 losbrausen. Ich musste zu einem Termin und hatte es eilig. Ziemlich gedankenverloren stieg ich aufs Gas und wunderte mich, warum mein Auto heute so schwerfällig war und nichts weiterging.

Bis mir endlich das rote Licht am Armaturenbrett auffiel, das mich freundlicherweise darauf aufmerksam machte, dass ich mit angezogener Handbremse fuhr. Uppps!

Gott wäre es praktisch, dachte ich mir, wenn es für das eigene Business so ein unmissverständliches Warnlicht gäbe: Achtung du bremst dich gerade selbst aus!

Nach vielen Jahren im Coaching-Business kann ich dir zumindest verraten, welche drei Erfolgsbremsen mir bei Solopreneurinnen am häufigsten unterkommen sind. Genau genommen, sind es Denkfehler. Solltest du zufälligerweise davon betroffen sein, erfährst du auch gleich wie du sie löst.

 

Erfolgsbremse Nr. 1: Ich muss zuerst sicher sein

 

Hat dir dein Kopf schon mal so etwas erzählt wie: Du bist einfach nicht gut genug. Was du machen möchtest, machen schon Tausend andere – und die sind viel besser als du. Das wird nie gut gehen. Was, wenn du dich total blamierst? Die werden merken, dass du kein Experte bist. Davon kann man nicht leben. Wer soll denn dafür Geld bezahlen? Du hast viel zu wenig Selbstvertrauen. Du musst erst an deinem Selbstwert arbeiten.

Kommen dir solche Gedanken auch nur irgendwie bekannt vor?

Wäre es nicht schön, wenn du frei wärst von allen Ängsten, Unsicherheit und Zweifeln. Wenn es da keine Stimme in deinem Kopf gäbe, die dich immer wieder leise oder auch lautstark davor warnt, was nicht alles schief gehen könnte. Warum du das, was du tun möchtest, besser sein lässt. Und warum das ohnehin alles keinen Sinn macht.

Du bist ein Mensch. Du wirst dich also damit abfinden müssen, dass es diese Stimme in deinem Kopf gibt. Ja du hast richtig gelesen: Das ist kein persönlicher Charakterfehler, den NUR DU hast. Das ist zutiefst menschlich!

Die entscheidende Frage ist allerdings, wie du mit dieser inneren Stimme – besser gesagt, mit diesen inneren „Quälgeistern“ – umgehst und ob du dich davon ausbremsen lässt.

Du musst einfach nur wissen, wie der Hase läuft.

Dein Kopf – genauer gesagt, ein Teil deines Kopfes – hängt noch in der Steinzeit und sein wichtigstes Ansinnen ist, dass du am Leben bleibst. Er möchte dich um jeden Preis vor allem Unangenehmen, Bedrohlichen und Gefährlichen bewahren.
Soweit so gut. Blöderweise unterscheidet er dabei nicht, ob die Bedrohung von einem Säbelzahntiger ausgeht oder von einer neuen Business-Idee, einem neuen Projekt oder einer Aufgabe, die du anpacken möchtest.

Wenn es auch nur irgendwie gefährlich werden könnte, ist der innere Alarm an. Ängste, Unsicherheiten und Zweifel sind da.

Jetzt sagen wir mal, es geht um irgendeinen Job oder irgendeinen Auftrag, der dir nicht besonders am Herzen liegt, und da geht etwas schief – du „versagst“.

Das ist wahrscheinlich nicht besonders angenehm. Aber du wirst es höchstwahrscheinlich aushalten und über kurz oder lang gut wegstecken.
Jetzt nehmen wir aber mal an, es geht um Dein Ding – um etwas, wofür du brennst, was dir Spaß macht oder wozu du dich vielleicht sogar berufen fühlst.

Und dann… geht etwas schief.
Das tut richtig weh. Klar, dein Herz hängt ja dran. In dem Fall kannst du nicht mehr sagen: „Das war ohnehin nicht Meins. Ist eh besser so.“

 

Merkst du es? Je wichtiger dir etwas ist, je mehr du dein eigenes Business haben möchtest oder je mehr du in deinem Business genau Deines machen willst, desto größer werden – zumindest anfangs – die Ängste, Zweifel und Unsicherheiten sein.

Bei deinem Herzensberuf und deinen Herzensaufgaben steht einfach mehr auf dem Spiel.

Dein Kopf will dich vor Schmerz bewahren und wird tausend Gründe parat haben, warum du es besser sein lässt, und dir zig Ausreden liefern, was du nicht alles stattdessen lieber machen solltest.

Viele Menschen unterliegen leider dem großen Trugschluss, dass ZUERST die Selbstzweifel, Ängste und Unsicherheiten weg sein müssen, BEVOR sie das tun können, was sie wirklich tun wollen.

Sie warten auf den Nimmerleinstag!

In Wahrheit ist es umgekehrt: Bevor du nicht aktiv wirst und einfach tust, was du tun möchtest, gehen Ängste, Zweifel und Unsicherheiten garantiert nicht weg!

Diese innere Bremse löst sich nur, wenn du TROTZ ihrer bremsenden Wirkung aktiv wirst und loslegst. Schritt für Schritt tust, was dir eben möglich. So gut es jetzt eben geht. Auch wenn dein Herz dabei laut klopft.

Worauf ich hier natürlich nicht hinaus will, ist, dass du in Zukunft all deine Ängste, Zweifel und Unsicherheit ignorieren und dich völlig kopflos in Neues hineinstürzen sollst.

Es geht mir viel mehr darum, dir bewusst zu machen: Sobald du deine Komfortzone verlässt und nicht mehr nur das tust, was du schon immer getan hast, wirst du bremsende Gedanken und mehr oder weniger großen Bammel haben. Das ist kein Fehler und an dir ist deswegen nichts verkehrt.

Im Gegenteil, solcherart unbehaglicher Gefühle sind ein sicheres Zeichen für dein Wachstum. Das heißt, solange du dich entwickelst und nicht in deiner Komfortzone hängen bleibst, werden sie immer wieder auftauchen. Vor allem dann, wenn dir etwas wirklich wichtig ist.

 

Gewöhn dich also am besten daran und lass dich dadurch nicht davon abhalten, dein Ding zu machen. Merk dir einfach: Dein Herz klopft, wenn du deinem Herzensweg folgst.

 

Erfolgsbremse Nr. 2: Ich hab nicht genug Zeit.

„Ich bräuchte einen achten Tag in der Woche, dann hätte ich endlich Zeit für mein neues Projekt.“

O-Ton einer Coaching-Klientin. Und ich wette, du kannst diesen Wunsch nachvollziehen.

Egal ob du als Wannapreneurin von deinem eigenen Business träumst oder schon als Enterpreneurin gestartet bist, MEHR Zeit zu haben für all deine Ideen, Vorhaben, Pläne und Aufgaben wäre einfach großartig. Stimmt´s?

Schauen wir der Realität ins Auge.

Wenn du noch in einem 9-to-5 Job steckst, hast du wahrscheinlich tatsächlich wenig Zeit, um dein eigenes Online-Business zu entwickeln. Wenn du erst einmal gekündigt hast und selbstständig bist, dann kannst du endlich in aller Ruhe, deine Vorhaben angehen – denkst du.

Wenn du schon Entrepreneurin bist, weißt du, dass deine To-do-Liste auch in der Selbstständigkeit nie endet – oft sogar immer länger wird. Dass du ständig mehr tun könntest als Zeit ist. Da spuken noch sooo viele Ideen und Vorhaben in deinem Kopf herum, die du endlich angehen möchtest, wenn… ja, wenn du endlich genug Zeit hast.

Never ending story!

Wenn immer du dich ertappst zu denken oder zu sagen, „Ich hab nicht genug Zeit für XY.“, sollte dein inneres Warnlicht aufleuchten. Mehr Zeit zu haben wäre schön. Aber du kannst sicher sein, du wirst NIE genug Zeit haben für ALLES.

Und: Du wirst nie Zeit für das haben, was dir wirklich wichtig ist, wenn du dir diese Zeit nicht NIMMST. Beinhart!

Um dein Ding zu machen und erfolgreich damit zu sein, brauchst du erst einmal eines: glasklare Prioritäten. Du musst dich entscheiden, was dir jetzt wichtig ist, und wofür du die Zeit, die du hast, nutzen möchtest. Und du musst lernen, Nein zu sagen zu dem, was jetzt eben nicht Priorität hat.

Es geht sich nicht alles aus – so einfach ist es. Es wird immer mehr zu tun sein, als du tun kannst. Und wenn nicht ZUERST das für dich WICHTIGSTE drankommt, bremst du dich fürchterlich aus.

Mit anderen Worten: Wenn dir XY wichtig ist, mach Platz dafür statt darauf zu warten, dass irgendwann mehr Zeit kommt.

Vielleicht hättest du gerne einen ganzen Tag Zeit, um beispielsweise über die Strategie für dein Business nachzudenken oder dein geplantes Freebie zu schreiben. Wenn das nicht geht, dann nutz eben die halbe Stunde, die du dir am Ende eines langen Arbeitstages einrichten kannst – auch wenn du denkst, dass das zu wenig ist und nicht der ideale Zeitpunkt.

Fang an, die Zeit zu nutzen, die du hast. Mach das Beste daraus. Besser, du setzt heute eine kleine Aktion, tust irgendetwas für das, was dir Wichtig ist, als es immer aufzuschieben.

Früher hab ich übrigens immer gesagt: „Ich würde so gerne ein Buch schreiben, aber dazu brauche ich genug Zeit und Ruhe – das schaffe ich nicht neben meinem Alltags-Business.“
Hätte ich darauf gewartet, gäbe es kein einziges meiner Bücher. Irgendwann hab ich einfach anfangen, regelmäßig die kleinen Zeitfenster zu nutzen, die ich hatte. Und siehe da, auf einmal hatte ich in Summe genug Zeit.

 

Erfolgsbremse Nr. 3: Ich schaffe es allein

Ich gestehe es lieber gleich: Mit dieser Erfolgsbremse bin ich lange Zeit selbst unterwegs gewesen. Dabei gehöre ich definitiv nicht zu den Menschen, die unbedingt alles selber machen müssen und sich schwer tun, Hilfe anzunehmen.

Ganz im Gegenteil. Als Kundenmanagerin in der Werbung hatte ich null Probleme, sofort unser hausinternes Technikgenie anzurufen, wenn sich mein Computer nicht so verhalten hat, wie ich das wollte.

Ich hatte den Luxus, eine eigene Assistentin zu haben, die mir den ganzen administrativen Kram abgenommen hat, für den ich leider bis heute weder Talent noch Freude aufbringen kann.

Ohne eine Sekunde zu zögern hab ich alle möglichen Zeit- und Selbstmanagementtrainings besucht, die mir die Agentur gezahlt hat, um den Stress und die Workload besser in den Griff zu bekommen und viel effizienter arbeiten zu können.

Plus, ich hatte eine Putzfrau, die dafür gesorgt hat, dass ich nicht auch noch das Bad schrubben muss, wenn ich spätabends erschöpft aus dem Büro gekrochen bin und nur noch die Füße aufs Sofa legen wollte.

Und dann… dann hab ich mich Selbstständig gemacht. Tja, da war dann erst mal nur ich. Kein Technikgenie. Keine Assistentin. Keine bezahlten Kurse. Keine Putzfrau.

Auf einmal war ich allein für alles zuständig. Für die Kundenakquise. Für meine Praxis-Räumlichkeiten – ich war anfangs nur offline zu haben. Für die Buchhaltung. Für die E-Mails. Für meine Website. Und so weiter.
Ja, ich bin sogar in die städtische Bücherei gegangen, um mir ein Buch für das Webprogramm Dreamwaver auszuleihen. Damit hab ich dann in unzähligen Stunden unter Schweiß und Mühe meine eigene Coaching-Homepage gebastelt. (Das war 2003 – da gab es noch kein genial, einfaches WordPress.)

Ich muss das eben allein schaffen. Ich kann mir keine Hilfe leisten. Dachte ich mir. Schlechter Glaubenssatz! Große Erfolgsbremse!

Nicht, dass du es allein nicht schaffen kannst. Aber es geht soooo viel schneller, einfacher, besser, und professioneller, wenn du dir Hilfe holst. Wenn du Unterstützung hast. Du ersparst dir viele Fehler, Umwege und Sackgassen. Abgesehen davon macht es viel mehr Spaß und ist ungleich motivierender.

Natürlich weiß ich, dass das oft eine Frage des Budgets ist. Vielleicht musst du ohnehin schon jeden Euro umdrehen. In jedem Fall musst du als Unternehmerin sehr sorgefältig überlegen, wo du Geld ausgibst und wo es wieder reinkommt.

Leider ist es aber so, dass du in dich und in dein Business investieren musst, damit das Ding fliegt.

Geh in dich und frag dich: Was brauche ich jetzt am dringendsten, um voran zu kommen. Wo brauche ich unbedingt Unterstützung? Was wird mir jetzt am meisten helfen, meine Ideen und Vorhaben zu verwirklichen?

Vielleicht ist das eine virtuelle Assistentin, ein Babysitter oder eine Putzfrau. Vielleicht ist das Cindy´s SEO Online-Kurs. Oder jemanden, der dir hilft, klare Prioritäten zu setzen und deine Zeit besser zu nutzen. Oder. Oder.

Gönn dir und deinem Business das. Du wirst sehen, es lohnt sich.

Das Ganze kurz zusammengefasst: Tu, was du wirklich tun möchtest, TROTZ Ängsten, Unsicherheiten und Zweifeln, die auftauchen. Nimm dir Zeit für die Dinge, die dir wirklich wichtig sind, und nutz die Zeit, die du hast, so gut es geht statt immer auf mehr Zeit zu warten. Hol dir die nötige Unterstützung, die du brauchst, um schneller und leichter voranzukommen.

 

Das bringt dich am schnellsten in deinen Flow. Und im Flow geht bekanntlich wirklich etwas weiter.

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Su Busson

 

 

Su ist Frust-Killerin & Flow-Coach. 
Sie zeigt dir auf ihrem Blog, wie du ganz du bist, mehr Flow in dein Leben bringst und deine Ideen und Vorhaben erfolgreich verwirklichen kannst.

Wenn du mehr über Su und ihre Arbeit erfahren willst, dann besuche sie auf www.beyourbest.at